Der Bachelor

Der Bachelor ist der erste akademische Grad, den du mit einem Studium erreichen kannst. Berufsakademien vergeben zwar auch einen Bachelor, der aber kein akademischer, sondern „nur“ ein staatlicher Abschluss ist. Die Regelstudienzeit, also die für ein Studium vorgesehene Zeit bis zum Abschluss, liegt zwischen 6 und 8 Semestern. Ein überwiegender Teil der Bachelor-Studiengänge wird allerdings über 6 Semester, also 3 Jahre, angeboten.

Woher kommt der Bachelor?
Die englische Bezeichnung Bachelor leitet sich von der lateinischen Bezeichnung Bakkalaureus ab, die auch schon im Mittelalter von Universitäten als Bezeichnung für einen bestimmten Abschluss verwendet wurde. Die amerikanischen High Schools haben den Begriff des Bachelor durchgehend benutzt, in den europäischen Ländern gab es länderspezifische Abschlüsse wie zum Beispiel das Diplom. Der amerikanische Bachelor hat allerdings mit dem nun in Europa eingeführten Bachelor keine Gemeinsamkeit.

Wieso Bachelor und kein Diplom mehr?
Alles begann im Jahre 1999 in den italienischen Stadt Bologna. Dort haben sich die Regierungsvertreter aus 29 europäischen Ländern getroffen und die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes beschlossen. Diesen Entschluss bezeichnet man als die Bologna-Reform. Und was dann darauf folgt, was der Bologna-Prozess. Bis zum Jahr 2010, so die Vereinbarung, sollen alle Abschlüsse der jeweiligen Länder durch die einheitlichen Abschlüsse Bachelor und Master ersetzt werden. Das bedeutete den Todesstoß für das deutsche Diplom oder das italienische diploma di laurea.

Ziel der Bologna-Reform ist es, im gemeinsamen europäischen Hochschulraum mehr Möglichkeiten für Studierende und Wissenschaftler anbieten zu können. Für Studenten soll es einfach möglich sein, ein oder mehrere Semester im Ausland zu verbringen und trotzdem die erbrachten Leistungen angerechnet zu bekommen. Außerdem sollte die Studiendauer verkürzt werden, um schneller Nachwuchs für den Arbeitsmarkt auszubilden. Dazu wurde das gestufte System Bachelor und Master eingeführt. Statt wie früher mit einem Hochschulabschluss, z.B. dem Diplom, bereit für den Berufseinstieg zu sein, kann man jetzt entweder schon nach meist 3 Jahren Studium mit einem Bachelor ins Berufsleben einsteigen oder einen Master dranhängen. Für internationale Unternehmen soll die Einführung des Bachelors den Vorteil haben, dass sie Bewerber aus verschiedenen Ländern genauer miteinander vergleichen können.

Nach und nach sind also alle Hochschulen, egal ob Universität oder Fachhochschule, dazu übergegangen, ihre alten Abschlüsse auf das neue Bachelor-Master System umzustellen. Ab dem Jahre 2011 wird man in den mittlerweile 47 Nationen, die sich dem Bologna-Prozess angeschlossen haben, nur noch Bachelor-Studiengänge beginnen können.

Was kommt nach dem Bachelor?
Wie erwähnt hat man sich in Bologna auf die Einführung eines gestuften Abschlusssystems geeinigt. Zur Verkürzung der Studienzeit und zum schnelleren Einstieg ins Berufsleben wurde der Bachelor-Abschluss geschaffen. Er ist also berufsqualifizierend.

Wenn man den Bachelor-Abschluss in der Tasche hat, gibt es also zwei Varianten: Beruf oder Master. Der Master ist ein akademischer Grad, der nach einem auf dem Bachelor aufbauenden Studium erreicht wird. Das Master-Studium dauert in der Regel 2 oder 4 Semester und kann entweder als Vollzeitstudium oder auch als berufsbegleitendes Studium, z.B. als Abendstudium, absolviert werden. Wikipedia sagt: „Der Master-Studiengang ist ein Studium, das zur wissenschaftlichen Arbeit und Methodik befähigen soll, theoretisch-analytische Fähigkeiten vermittelt und die Absolventen in die Lage versetzen soll, sich offen und kreativ auf neue Bedingungen im Berufsleben einzustellen.“

Der Master ist natürlich berufsqualifizierend und ermöglicht aber auch die Promotion, also den Zugang zum Doktor-Titel.

Inwieweit ein Master-Abschluss von Unternehmen als Standard vorausgesetzt wird oder ob der Bachelor als genügende Qualifikation angesehen wird, muss die Zukunft zeigen.



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